Der Smart Meter Rollout schreitet voran – doch die Messung von Industrie- und Gewerbekunden läuft trotz entsprechender regulatorischer Anforderungen bislang häufig in einer eigenen, parallelen Infrastruktur noch am intelligenten Messsystem vorbei. Die kommenden iRLMsys-Lösungen sollen genau diese Lücke schließen.

Vom RLM zum iRLMSys

Messstellenbetreiber mit Industrie- und Gewerbekunden, kennen die Situation. Neben dem Aufbau der Infrastruktur für intelligente Messsysteme muss auch der Betrieb der registrierenden Leistungsmessung (RLM) gewährleistet werden. Zwei Systeme, zwei Kommunikationswege, entsprechende Mehraufwände für Installation, Betrieb oder Wartung. Und auch von der Cybersicherheit, die das intelligente Messsystem gewährleisten kann, profitieren RLM-Messungen aktuell noch nicht.

Der Gesetzgeber hat die Konsequenz daraus bereits gezogen: Für die Einbaufallgruppen beginnt der verpflichtende Rollout intelligenter Messsysteme spätestens ab 2028 und im Messstellenbetriebsgesetz ist vorgesehen, dass bis Ende 2028 bereits 90% aller neu eingebauten RLM-Messstellen über das SMGW angebunden werden. Die regulatorische Marschrichtung ist damit gesetzt und schafft Planungssicherheit für den Rollout bei RLM-Messstellen.

Die Hintergründe zu RLM

Worin besteht also das Novum? Anders als bei Haushaltszählern, auch als Standardlastprofil (SLP)-Zähler bezeichnet, die den Gesamtverbrauch über einen längeren Zeitraum erfassen sollen, bspw. für die Jahresabrechnung, misst ein RLM-Zähler (Registrierende Lastgangmessung) seit jeher den Stromverbrauch in kurzen, gleichmäßigen 15 Minuten-Intervallen. Das ermöglicht dem Netzbetreiber ein genaues Bild davon, wann wie viel Strom benötigt und verbraucht wird. RLM-Kunden zeichnen sich durch einen hohen Energieverbrauch aus und sind beispielsweise Industriebetriebe, Rechenzentren oder größeren Gewerbeanlagen. Aufgrund des hohen Verbrauchs ist der Anspruch an die Vollständigkeit der Messdaten noch höher als bei SLP-Kunden.

Für Netzbetreiber und Lieferanten sind diese Daten unverzichtbar – sie bilden eine Grundlage für Netzplanung, Abrechnung und Flexibilitätsmanagement.

Zertifizierung für iRLMsys läuft auf Hochtouren

De Zertifizierung des SMGWs nach dem neuen Schutzprofil PP V2.0 und der neuen Technischen Richtlinie TR-03109-1 V2.0 ist bei PPC weit fortgeschritten. Nach der erfolgreichen Zertifizierung werden Messstellenbetreiber über den sicheren CLS-Kanal direkt mit RLM-Zählern kommunizieren können.

Aus der Kombination von SMGW und RLM-Zähler mit CLS-Modul wird ein iRLMSys. Für Messstellenbetreiber eröffnet dies die Möglichkeit, die bestehende iMSys-Infrastruktur künftig auch für Industrie- und Gewerbekunden zu nutzen. Statt paralleler Kommunikationswege entsteht eine einheitliche Architektur für Messung, Datenübertragung und Betrieb.

Bestehende Lastgang-Zähler müssen dafür nicht zwangsläufig ausgetauscht werden. Je nach Zählertyp genügt ein Steckadapter, um vorhandene RLM-Zähler an die SMGW-Infrastruktur anzubinden. Die bestehende Installation bleibt damit weitgehend unangetastet, verbaute Hardware im Bestand kann weiterverwendet werden.

Durch die Anbindung ergeben sich weitere Vorteile: Bei einem temporären WAN-Ausfall kann der Messstellenbetreiber einerseits fehlende Messwerte über den CLS-Kanal erneut abfragen, wodurch die Messwerte sehr zuverlässig und stabil über die iMSys Infrastruktur erfasst werden. Zum anderen übernimmt das Smart Meter Gateway die Rolle des zentralen Zeitgebers. Dafür bezieht der RLM-Zähler seine Systemzeit künftig direkt über die CLS-Schnittstelle.

Interoperabilität von Beginn an

Wie in allen Fragen des skalierbaren Rollouts, steht für PPC auch beim Thema iRLMsys die herstellerübergreifende Interoperabilität ganz oben und ist von Anfang an Teil des Entwicklungsprozesses. Aus diesem Grund arbeiten wir parallel zur Entwicklung eng mit Zähler-Herstellern zusammen, die bereits CLS-Module für RLM-Zähler entwickeln.

Mit Abschluss der Zertifizierung wird eine Lösung bereitstehen, die die Anbindung von RLM-Zählern nahtlos an intelligente Messsysteme ermöglicht und Messstellenbetreibern die Nutzung der iMSys-Infrastruktur sowie die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen schnell und effizient ermöglicht.